Geschichte über unseren Siberian Husky!

Unseren Hund Dingo übernahmen wir, da war er 2 Jahre alt. Er kam aus
einer Rudelhaltung (Der Besitzer nannte es so) von etwa 10 Hunden. Allerdings
stellten wir uns unter Rudelhaltung etwas anderes vor, denn die Hunde waren
voneinander getrennt. Laut Aussage des vorherigen Besitzers mußte er die Hunde
abgeben, weil er Ärger mit seinen Nachbarn hatte, die über Ruhestörungen
klagten. Alle Hunde machten einen scheuen und verwarlosten Eindruck.
Das hatte zur Folge, daß sich Dingo auch nicht anfassen ließ. Und doch
mußten wir es schaffen, denn sein abgemagerter Körper saß nur so voll mit Flöhen
und Zecken. Sie durften sich ja auf keinen Fall weiter vermehren. Desweiteren mußten
wir ihm mit einer Schere sein Halsband ohne Zugstopp durchschneiden, in das er
wohl hineingewachsen ist. Das Halsband schnürte ihn regelrecht ab.
Wir behandelten ihn mit äußerster Vorsicht und viel, viel und nochmals
viel Geduld und Leckerchen. Er mußte vertrauen zu uns bekommen, nur so kamen
wir Schritt für Schritt an ihn heran. Er wird vorher wohl sehr wenig Kontakt zu
Menschen gehabt haben.
Nach und nach machte er endlich Fortschritte. Er ließ sich streicheln,
zwar etwas zögerlich, aber für uns war es schon ein Riesenerfolg. Der nächste
Schritt folgte: Wir machten ihn mit der Bürste vertraut, vor der er so viel
Angst hatte. Wir unternahmen lange Wanderungen, machten ihn mit dem Fahrrad
vertraut und konfrontierten ihn mit vielen Dingen, wie z.B. Straßenverkehr und
was sonst noch wichtig im Alltag war, schließlich konnten wir mit ihm spielen.
Wir haben ein Lieblingsspielzeug für ihn gefunden, dem er bis heute treu
geblieben ist.
Wir taten all das was nötig war, um eine Beziehung zwischen uns
aufzubauen und wir haben es geschafft. Jetzt konnten wir ihn knuddeln und
kraulen. Auch an das Auto mußten wir ihn gewöhnen, nur mit Leckerchen und
positiven Reizen konnten wir seine Ängste abbauen. Erst nach etwa drei bis vier
Monaten intensivster Pflege, Fütterung und Betreuung, stellte sich heraus,
welch ein schönes Tier wir besaßen. Die Zeichnung seines Fells kam jetzt zur
vollen Entfaltung. Dingo ist jetzt ein toller Hund mit dem man fast alles
unternehmen kann, voller Stolz und Würde.
Zu fremden Menschen hält er aber immer noch eine gewisse Distanz und ist
auch mißtrauisch zu ihnen. Er hat seinen eigenen Kopf, verhält sich in manchen
Beziehungen überaus stur und verfügt über eine große Portion Frechheit.
Wir lieben ihn so wie er ist. Er muß einfach geliebt werden, denn er hat
es verdient.
|