Home Nach oben Inhalt Kleinanzeigen Änderungen

Literaturerwähnungen
Westsibirischer Laika Ostsibirischer Laika Russ. Europ. Laika Literaturerwähnungen Bücherliste

 

Laika in Schweden

Erste Literaturerwähnungen!

Die Hunde der sibirischen Völker wurden unterschiedlich in den Reisebeschreibungen der Geographen, die diese Gebiete bereist haben, erwähnt, so z.B. von Nordenskiöld, Yule, von Middendorf, Petersmann, Prschewalski, Nehring, Kalogin, dem Herzog der Abruzzen, F. Nansen. Im Zentralblatt für Jagd- und Hundeliebhaber Nr.11/1895 gibt uns Dr. B. Langkavel eine Zusammenfassung der damals vorliegenden Berichte.

Bronzezeitliche Felszeichnungen im Altai-Gebirge zeigen einen Jäger mit zwei Hunden, doch die Zeichnungen sind derart schematisch, dass daraus kaum auf das Aussehen der Hunde geschlossen werden kann. Dr. Langkavel bezweifelt denn auch, dass sich die Hunde in Sibirien seit der Bronzezeit unverändert erhalten haben, weil "die Russen bei ihrem Vordringen in Sibirien alle möglichen Hunde mit sich schleppten, die mit der Zeit sicherlich die alten Rassen..... verdorben haben werden." Nordenskiöld (Umseglung Asiens, (1882) beschreibt die Samojedenhunde bei Waigatsch als langhaarige kleine, schwarz und weiße Tiere mit spitzen Schnauzen und spitzen Ohren, während die Hunde am Weißen Meer viel größer und viel stärker seien. "Zu diesen letzteren werden auch die Jagdhunde russischer Jäger auf Nowaja Semlja gerechnet, die von den Hütten die Eisbären verscheuchten und selbst wenn sie angebunden, sich von ihnen nicht fortfangen ließen." Klein aber waren die Hunde am Obi-Busen, die zur Bewachung der Hütten dienten.

Langkavel berichtete von den Kirgisen dass sie vortreffliche Treibhunde besitzen, manche Stämme hatten sogar Vorsteh- und Hühnerhunde. Als Besonderheit erwähnt er, dass Vorkommen reiner Albinos mit rosa Nasen und mit weißen Augen mit bläulicher Schattierung. Dazu wäre allerdings zu sagen das Albinos "rote"Augen haben.

Kalogin(zitiert in Langkavel) unterscheidet nach der Größe der Hunde, Schlittenhunde (Vorspannhunde) Jagdhunde und Hütehunde der Rentierherden. Interessant ist, dass er auch von einem "Verbeller" spricht, also offensichtlich von einem Hund, der nach Art des Finnenspitzes und des Norbottenspitzes jagte. Wie um die Jahrhundertwende üblich, vor allem unter dem Einfluss des Berner Zoologen Prof. Dr. TH. Studer führt Langkavel den größeren Typ des Laikas auf den von Anutschin beschriebenen, bronzezeitlichen Canis familiaris Inostranzewi und den kleineren Typ auf den von Studer beschriebenen Canis familiaris palustris zurück. Es ist eine Theorie, die sich mittlerweile als nicht haltbar erwiesen hat. Ebenfalls im Jahrgang 1895 des "Zentralblattes" finden wir eine Beschreibung eines "Ostsibirischen Laikas", eines "OstsibirischenWolfhundes". Es muß sich um einen Wilden Gesellen gehandelt haben, der überaus scheu, wild und bissig, doch seiner Herrin und deren Kinder gegenüber so wohlerzogen wie unsere Jagdhunde war". Fremden musste er jedoch immer an zwei Halsbändern vorgeführt werden. Der Hund hatte aufrecht stehende Ohren, ein dichtes Fell und war schwarz mit einem weißen Brustfleck und weißen Pfoten. Als Besonderheit erwähnt der Verfasser des Berichtes, dass der Hund nicht richtig gebellt, sondern wie ein Wolf geheult habe. Die Widerristhöhe betrug 67 cm. Er mußte später in einen zoologischen Garten gegeben werden, weil er als Haushund zu gefährlich geworden war.

F. Lühr, der von sich sagt, er habe vor dem Ersten Weltkrieg jahrzehnte im damaligen Zarenreich an Hundeausstellungen als Richter gewirkt und das Reich auch beruflich bereist (er lebte in Riga), stieß auf seinen Reisen in den Norden des Reiches auf Schritt und Tritt auf typische Vertreter der spitzohrigen Nordlandhunde, von denen allerdings die meisten nicht zur Jagd benutzt wurden. Zu den Ausstellungen kamen wenige, aber immerhin wurden im September 1929 in Moskau unter 333 gemeldeten Hunden 28 Laiki vorgestellt. Darunter gab es viele scheue Tiere, was für Lühr einerseits auf die Art der Haltung der Hunde zurückführt, anderseits war er jedoch davon überzeugt, dass viele direkte Nachkommen von Wölfen und Füchsen waren, eine Ansicht, die wohl kaum zutreffen mochte.

Viele menschliche Zuwendung erfuhren diese Hunde jedenfalls nicht. Sie bekamen trotz ihrer Leistungen oft kein Futter und waren deshalb auf Selbstversorgung angewiesen, lebten von Mäusen, und anderen Kleintieren, von Jungwild und Vogelbruten in Wald und Feld und dem, was sie ihren menschlichen Herren stehlen konnten. Die Jakutenhunde begeben sich auch auf Fischfang. Jede Völkergruppe, sagt Lühr, hat ihren besonderen Hund, je nach den Lebensverhältnissen, die zum guten Teil von den physisch-geographischen Verhältnissen des von ihnen bewohnten Landes bedingt sind. Eine sehr wichtige, im allgemeinen ausschließliche Rolle spielt der Hund der reinen Jägervölker. Von der ihm eigenen jagdweise her nennt man ihn im Russischen, "Laika", d. h. Verbeller. Obwohl Spürhunde, jagen sie jedoch nicht laut, sondern Verbellen nur das gestellte Wild. Eine künstliche Hochzucht auf Exterieur besteht aber nicht. Lühr unterscheidet verschiedene Typen, so den Samojedenhund, in der Regel weiß, aber auch mit gelben, grauen oder schwarzen Flecken, selten Wolfsfarbig, den Mogulenhund im mittleren und nördlichen Teil des Urals, den Ssytjänenlaika im Wologdaschen Gouvernement, ferner die Lappen- und Karelierhunde. Von den Ostjaken, einem heruntergekommenen nordfinnischen Stamm zwischen dem mittleren Ob bis zum Jennisei, sagt Lühr, sie hätten nichts Besonderes aufzuweisen, dagegen rühmt er die Hunde der Jakuten, rein weiße Hunde, aber auch solche mit gelben und grauen Abzeichen. Die besten hätten die Tungusen, ein etwa 50 000 Köpfe zählendes nomadisierendes Jägervolk. Für einen guten Tungusenhund, der erstklassig auf Zobel arbeitet, zahlte man vor dem ersten Weltkrieg die horrende Summe von 1 000 Goldrubel. Es waren leichte, elegante, rauh- bis fast kurzhaarige Hunde, häufig von rein schwarzer, aber auch schwarzweiß gefleckter Farbe, selten wolfgrau oder reinweiß, mittelgroß, Fuchstyp. Von Rassen im eigentlichen Sinne konnte bei all diesen Hunden nicht die Rede sein, seit Generationen wurden sie nur auf Leistung gezüchtet. Die guten Zobelhunde mußten flüchtig sein, eine vorzügliche Nase, feines Gesicht und Gehör haben und dabei viel schärfe und Intelligenz besitzen. Die Züchtung auf Leistung hat so immerhin von selber einen gewissen Typ ergeben. Es gab aber auch schon vor dem ersten Weltkrieg in Rußland Züchter, die die Zucht der Laiki in großem Stile betrieben. Lühr nennt eine Frau DimitriewaluIima mit dem Zwinger "Podogora" Sie war damals die bekannteste Laikizüchterin in Russland. Ihre Hunde sagt Lühr, repräsentierten eine Mischung aus weißhaarigen Samojedenhunden und Ssyrjänenhunden. Die Podogarschen Hunde waren vorwiegend wolfsfarbig mit dunklem Sattel und wurden ausschließlich auf jagdliche Leistung gezüchtet. Die Aufzuchtbedingungen waren hart. Die Frühjahrswürfe waren die wertvollsten. Die Junghunde mußten frühzeitig an die Kälte gewöhnt werden. Was zur Jagd untauglich erschien, wurde ersäuft. Irgendeine Dressur erfuhren die Hunde nicht, höchstens, dass man sie an die Leine gewöhnte. Die Verbeller mußten "Hasenrein" sein, vor dem Vogelhund darf nicht einmal ein Eichhörnchen geschossen werden, weil er sonst das Interesse am Vogel verliert.

Egon Freiherr von Kapherr der drei Jahre in Sibirien als Jäger und Forscher (1914) arbeitete, berichtet über die Jagd auf Zobel folgendes: Auch spannt sich der Jäger, selbst auf Schneeschuhen stehend, ein paar Hunde vor, in dem er ihnen ein aus Riemen angefertigtes Geschirr anlegt. Von diesen aus Laufleinen, die hinten am Gürtel des Jägers befestigt sind, so dass der Zugstrick zwischen den Beinen des Mannes durchläuft. Würde der Jäger die Zugleine vorn am Gürtel befestigen, so verlöre er unweigerlich das Gleichgewicht...

Es gibt Hunde, die im Zobelfang eine so große Geschicklichkeit haben, dass sie fast jeden Zobel fangen und würgen, ehe er sich auf einen Baum retten kann. Solche Hunde sind hoch im Preis- sie kosten unter Umständen Tausende von Rubeln. Der Preis steigt ständig, da solche Laiki immer seltener werden. Die besten sind von lammutischer Rasse, sie töten den Zobel und lassen ihn liegen.

Textentnahme:
Aus der großen Enzyklopädie der Rassehunde!

 

Home ] Nach oben ] Laika in Schweden ]

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: webmaster@unsere-nordischen.de 
Copyright © 2000 Unsere Nordischen
Stand: 02. November 2000