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Nordische Jagdhunde
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Nordische Jagdhunde

In den Wäldern des nördlichen Waldgürtels dehnen sich die Jagdgebiete weitläufig aus. Hinzu kommt, dass die Gebiete sehr schwer zu begehen sind. Was wäre die Jagd in diesen Wäldern ohne Hund, der das Wild aufspürt und den Standort mit intensiven Bellen ankündigt? Für die Jäger wäre es wohl eher der Zufall zum Schuss zu kommen. Nordische Jagdhunde sind völlig selbständig und verfolgen das Wild stumm, verbellt wird erst dann, wenn das Wild gestellt ist. Kann das Wild flüchten, beginnt alles wieder von neuem, wobei der Jäger den Hund gegen den Wind und möglichst geräuschlos folgt. Der Nordische Jagdhund findet seinen jagdlichen Einsatz auf Großwild wie Elch, Hirsch, Reh, Bär sowie auf Kleinsäuger und auch auf Federwild. In den USA setzt man den Laika und die Elchhunde auch auf den Waschbär, sogar Puma und Luchs an. Da Nordische Jagdhunde so flink, schnell, ausdauernd, zäh und überaus mutig sind, sind sie vielfältig einsetzbar. Von jeher erfolgte die Auslese dieser Hunde ausschließlich nach der Brauchbarkeit Nur mit den gesündesten, kräftigsten und mutigsten Hunde wurde weitergezüchtet. Durch die harten Lebensbedingungen in den Nördlichen Regionen hatten sowieso nur die wiederstandsfähigsten eine Überlebenschance. In den Wäldern Skandinaviens, in den arktischen Regionen Russlands und in der bewaldeten Taiga wurden diese Jagdhunde nach der Jagd auch als Zughunde eingesetzt um die Beute mittels Schlitten zurückzubringen. Nomadenvölker waren geradezu abhängig von der vielfältigen Verwendbarkeit dieser Hunde, schließlich mussten sie bei Ihren Wanderungen ihr Hab und Gut mitführen. Dazu muss noch erwähnt werden, dass sich in der Abgeschiedenheit der arktischen Regionen Lokalschläge bildeten, aber Allrounder sind sie praktisch alle geblieben, sie mussten es auch, denn die kargen Lebensbedingungen gestatteten dem Nordländer kaum, für verschiedene Zwecke verschiedenen Hunde zu unterhalten.

Außer bei dem aus Norwegen stammenden Lundehund haben Nordische Jagdhunde ein unverkennbares Äußere. Es sind hochläufige Hunde, kräftig gebaut, haben einen dichten und natürlichen Pelz, relativ kurze Stehohren und eine Rute, die bei einigen stark geringelt über dem Rücken getragen wird und bei manchen eher säbelartig getragen wird.

Der jagdliche Einsatz dieser Hunde ist außer Zweifel der artgerechteste und so sollte man sich als Besitzer dieser faszinierenden Rassen darum bemühen, diese psychisch und physisch zu beschäftigen. Man muss immer daran denken, dass es sich um Jagdhunde handelt, die nach Gehör und Sicht jagen, Fährten ausarbeiten und Wild aufstöbern. Sie sollen ihre Sinne benutzen dürfen, für die sie geschaffen sind. Dazu ist es wichtig den nordischen Jagdhund vom Welpenalter an, an die Materie Jagd ranzuführen. Das ist Voraussetzung für alle Jagdprüfungen (Jagdeignungsprüfung, Schweißprüfung, Wildspurprüfung,Verlorenbring und Verlorensuch und anderer spezifische Prüfungen, wie Stöbern und Bringtreue usw.) Eine Ausbildung zum Fährtenhund, Rettungshund- und Katastrophenhund oder Lawinenhund ist ebenfalls eine artgerechte Ausbildung. Agility, Shorty, Flyball macht vielen Hunden Spaß und natürlich auch Wanderungen und Fahrradtouren. Möglichkeiten gibt es genug. Natürlich muss man genau prüfen, was für seinen Hund das Richtige ist. Nicht jeder Hund hat Lust über Hürden zu springen, am Fahrrad zu Laufen oder kann sich lange auf Fährten konzentrieren. Und nicht jeder als Jagdhund geborener Hund ist zur Jagd brauchbar. Beispiel: Es wird selten aus einem verängstigten Welpen ein selbstbewusster und leistungsstarker Jagdhund.

Durch die Auswahl der Hunderasse passend zu den persönlichen Verhältnissen kann der Mensch möglichen Stress von vorneherein weitgehend vermeiden. Jeder Hund benötigt Familienanschluss. Der Besitzer sollte viel Verständnis für hundliche Bedürfnisse haben, aber Boss sollte der Mensch sein. Der nordische Jagdhund soll über Erfolgserlebnisse während der Ausbildung zu einem freudigen Mitarbeiter heranwachsen. Die "fünf Sinne" des Hundes regeln sein Verhalten - Nur wenn der Mensch sie versteht, wird die Ausbildung leichter.

 

 

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Stand: 02. November 2000