FCI-Standard-Nr. 255 / 03.09.1999 / D
Akita Inu
Übersetzung: Dr. J.-M. Paschoud
Ursprung: Japan
Datum der Publikation des gültigen Originalstandardes: 03.09.1999
Verwendung: Begleithund
Klassifikation FCI:
Gruppe 5, Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion 5, Asiatische Spitze und verwandte Rassen
ohne Arbeitsprüfung.
Kurzer geschichtlicher Abriss:
Ursprünglich waren die japanischen Hunderassen klein bis mittelgroß,
und es gab keine großgewachsenen Hunderassen. Seit 1603 wurden in der
Akita Region "Akita Matagis" (mittelgroße Hunde zur Bärenjagd)
zu Hundekämpfen verwendet. Von 1868 an wurde die Rasse mit dem Tosa und
mit Mastiffs gekreuzt. Infolgedessen nahm die Rasse an Größe zu, aber
charakteristische Züge, die zum Spitz-Typ gehören, gingen verloren.
Im Jahre 1908 wurden die Hundekämpfe verboten. Aber die Rasse überlebte
dennoch, gedieh und entwickelte sich zu einer großgewachsenen japanischen
Rasse. Neun vorzügliche Exemplare dieser Rasse wurden dann im Jahre 1931
zu "Denkmälern der Natur" erklärt.
Während des 2. Weltkrieges (1939-1945) war es üblich, Hundefelle zur
Herstellung von Militärkleidern zu verwenden. Die Polizei ordnete die
Fest- und Beschlagnahme aller Hunde an, außer den deutschen Schäferhunden,
welche für militärische Zwecke vorbehalten waren. Verschiedene Liebhaber
versuchten jedoch, das Gesetz zu umgehen, indem sie ihre Hunde mit
deutschen Schäfern kreuzten. Als der 2. Weltkrieg zu Ende war, hatten die
Akitas drastisch an Zahl abgenommen, und es existierten drei verschiedene
Typen unter ihnen: 1. Matagi Akitas, 2. Akitas für Hundekämpfe und 3.
Schäferhund-Akitas. Dies war eine stark verworrene Situation für die
Rasse.
Während des Wiederaufbaus der reinen Rasse nach dem Krieg hatte Kongo-go,
ein Hund aus der Blutlinie Dewa, vorübergehend einen ungeheuren Popularitätserfolg;
dieser Hund ließ in seinem Erscheinungsbild die Züge von Mastiffs und
von deutschen Schäferhunden erkennen. Die Zahl der Züchter dieser Rasse
nahm zu, und die Rasse hatte immer mehr Erfolg. Aber hellsichtige
Liebhaber waren damit nicht einverstanden, diesen Typus als eigenständige
japanische Rasse anzuerkennen und waren beflissen, die fremden Züge aus
diesem Typus auszumerzen. In der Absicht, die Charakteristika der urtümlichen
Rasse wiederaufzubauen, führten sie Kreuzungen mit Matagi Akitas durch.
Damit gelang es ihnen, die große, ursprünglich reine Rasse, die wir
heute kennen, zu festigen.
Allgemeines Erscheinungsbild: Großer, wohlproportionierter Hund
von kräftigem Körperbau mit viel Substanz; viel Adel und Würde in
Bescheidenheit; robuste Konstitution.
Wichtige Proportionen: Das Verhältnis von Widerristhöhe zur Körperlänge
(von der Bugspitze zum Sitzbeinhöcker gemessen) beträgt 10: 11; der Körper
der Hündinnen ist etwas länger als der der Rüden.
Verhalten und Charakter (Wesen): Ruhig, treu, gehorsam und
aufnahmefähig.
Kopf:
Oberkopf:
Schädel: Der Schädel ist im Verhältnis zum Körper gut
proportioniert; Stirn breit mit deutlicher Stirnfurche, ohne Falten.
Stop: Ausgeprägt.
Gesichtsschädel: Nasenschwamm: Groß und schwarz; bei Hunden mit weißem
Haarkleid ist eine fleischfarbene Nase zugelassen.
Fang: Von mittlerer Länge und kräftig; er ist am Ansatz breit und
verjüngt sich allmählich ohne spitz zu werden. Nasenrücken gerade.
Kiefer/Zähne: Kräftiges Scherengebiss.
Lefzen: Straff anliegend.
Backen: Mäßig entwickelt.
Augen: Verhältnismäßig klein, nahezu dreieckig, da der äußere
Augenwinkel leicht nach oben verzogen ist; mäßig auseinanderliegend; von
dunkelbrauner Farbe, je dunkler, um so besser.
Ohren: Verhältnismäßig klein, dick, dreieckig, mit leicht
abgerundeter Spitze, mäßig weit auseinandergesetzt, aufrecht und leicht
nach vorne geneigt getragen.
Hals: Dick und muskulös, ohne Wamme, in guter Proportion zum
Kopf.
Körper:
Rücken: Gerade und kräftig.
Lenden: Breit und muskulös.
Brust: Brustkasten tief, Vorbrust gut entwickelt; Rippen mäßig
gewölbt.
Bauch: Gut aufgezogen.
Gliedmaßen:
Vorderhand:
Schultern: Mäßig schräg und gut ausgebildet.
Ellenbogen: Dicht am Körper.
Unterarm: Gerade, mit kräftigen Knochen.
Hinterhand: Gut entwickelt, kräftig, mäßig gewinkelt.
Pfoten: Dick, rund, gewölbt; Zehen eng aneinanderliegend.
Gangwerk: Elastischer und kraftvoller Bewegungsablauf.
Haarkleid:
Beschaffenheit des Haares: Deckhaar hart und gerade, Unterwolle
weich und dicht; am Widerrist und an der Kruppe etwas länger; an der Rute
ist das Haar am längsten.
Farbe: Rot-falbfarben, sesam (rot-falbfarbene Haare mit
schwarzen Spitzen), gestromt und weiß. Alle angeführten Farben außer
Weiß müssen "Urachiro" aufweisen (Urachiro = weißliches Haar
seitlich am Fang und an den Backen, an der Unterseite des Kiefers, des
Halses, der Brust, des Körpers und der Rute und an der Innenseite der
Gliedmaßen.)
Größe:
Für Rüden: 67cm
Für Hündinnen: 61cm
Eine Abweichung von plus oder minus 3 cm wird toleriert.
Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung
stehen sollte.
º Rüdenhafte Hündinnen
º Hündinnhafte Rüden
º Vor- und Rückbiss
º Fehlende Zähne
º Gefleckte Zunge
º Helle Iris
º Kurze Rute
º Ängstlichkeit
Ausschließende Fehler:
º Nicht aufrecht getragene Ohren
º Hängend getragene Rute
º Langes Haar (zottig)
º Schwarze Maske
º Abzeichen auf weißem Grund
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
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